Vorträge finden am Samstag Nachmittag statt.
Rechtsrock: Entstehung – Genres – Narrative
15:00 bis 17:00 Uhr – Bijan Razavi
Seit der explosionsartig ansteigenden Gewalt gegen Geflüchtete seit 2014 und den Wahlerfolgen der Alternative für Deutschland (AfD) steht die extreme Rechte wieder einmal im Fokus des öffentliches Diskurses.
Die extrem rechte Jugend- und Subkultur, aus der sich ein Großteil des Personals der extremen Rechen rekrutiert, hat sich schon lange aus ihrem früheren Nischendasein herausentwickelt und in den letzten 30 Jahren an alle Sparten des Alltagslebens Anschluss gefunden. Dreh- und Angelpunkt der rechtsextremen Szene ist die Musik. Das gilt auch für Parteien der extremen Rechten, wie die NPD, die zu ihren politischen Veranstaltungen gerne Protagonist*innen aus der Rechtsrock-Szene einlädt.
Unter der Einbeziehung von zahlreichen Songbeispielen erzählt der Vortrag die Entstehung des subkulturellen Rechtsextremismus von den Anfängen in den 1980ern bis heute, beschreibt unterschiedliche (Sub-)Genre und Szenen und analysiert die Narrative rechter Songs.
Im Fokus stehen dabei sowohl die stilprägenden „Klassiker“ des Rechtsrock, als auch solche Beispiele, die ihre rassistische, antisemitische und gewaltverherrlichende Ideologie nicht offen aussprechen und sich daher bedeutend besser eignen, einerseits bestehende Gesetze zu unterlaufen, als auch an weit über die extreme Rechte hinaus verbreitetes Einstellungen anzuknüpfen.
Andauernd Haltungslos – historische Bezüge zur Akzeptanz
17:00 bis 19:00 Uhr – Tobias „Pudding“ Burdukat
Traditionslinien der Sozialen Arbeit in Ostdeutschland.
Es geht um die Frage wie es dazu kommen konnte das wir in den 1990er die „Baseballschlägerjahre“ erlebt haben und auch wie sich dies bis ins heute hinein auswirkt.
Welchen Anteil hat dabei Soziale Arbeit, am Aufstieg der Neuen Rechten, in Ostdeutschland?
Welchen Einfluss hatte die Politik der Erziehung und Bildung in der DDR daran und wie hat sich das bis in unsere heutige Zeit weitergetragen?
Selbstbeschreibung Vortragender:
Tobias „Pudding“ Burdukat ist Geschäftsführer der YOPE gGmbH in Grimma, die im Anschluss an die von ihm entwickelte Projektkonzeption der emanzipatorischen Jugendarbeit „Dorf der Jugend“ entstanden ist. Zusätzlich lehrt er u.a. an der TH Nürnberg, der KHS München und der HTWK Leipzig.
„Wobei das vielleicht auch irgendwie zu starr ist- unterm Strich bin ich auch nur Bassist und versuche mit der Alten Spitzenfabrik einen Freiraum zu schaffen“