
Vchepyvsi Blud, ukrainisch für sich verirren oder vom Weg abkommen, gehören zu den ungewöhnlichsten Namen im Line-up und vermutlich auch zu den spannendsten Entdeckungen. Das Duo aus Berlin und Kyjiw – die Künstlerin Natalya Androsova und der Musiker Jan Preißler – mischt Elemente von Dark Wave, Black Metal, experimenteller Electronica und Dark Ambient zu einem mystischen Musik- und Performance-Projekt.
Inspiriert von ukrainischen Folklore- und Horrorgeschichten entführen sie uns in atmosphärische und unwirkliche Klangwelten voller Nebel, Wälder, Geistergeschichten und surrealer Landschaften – ähnlich dem namensgebenden Blud, einem gespenstischen Wesen aus der slawischen Mythologie, das Menschen vom richtigen Weg abbringt, sie in unbekannte Gefilde lockt, wo sie sich verirren und ziellos umherwandern. So zeigen sie uns ein Stück ihrer kulturellen Wurzeln.
Auf ihrem Debütalbum „Ty Baneyky“ setzen sie statt auf pure Härte auf Stimmung, Kontraste und eine fast filmische Tiefe. Mal wirkt die Musik wie der Soundtrack zu einer nächtlichen Zugfahrt durch menschenleere Landstriche, mal wie der Fiebertraum einer uralten Legende, die man besser nicht am Lagerfeuer erzählt.
Damit sind Vchepyvsi Blud keine klassische Black-Metal-Band und auch kein reines Dark-Wave-Projekt. Vielmehr verschwimmen hier die Grenzen zwischen Konzert, Performance und düsterer Traumwelt. Wer sich gern in atmosphärischen Klanglandschaften verliert und neugierig auf ungewöhnliche musikalische Wege ist, dürfte sich von diesem Projekt nur zu gern in die Irre führen lassen.
